“Elfen Lied” ist ein Anime der besonderen Art. Auf den Tipp eines Kumpels (Danke!) habe ich mir alle 13 Folgen angeschaut, und das mit nur einer unfreiwilligen Unterbrechung. Und es nimmt einen ganz schön mit. Es stimmt nachdenklich.
Es geht um Menschen, die mit zwei besonderheiten geboren werden: Erstens zwei kleinen Hörnern auf dem Kopf und zweitens unsichtbaren, extrem starken Armen, die noch dazu eine sehr große Reichweite haben. Diese werden Diclonius genannt. Sie werden als sehr gefährlich eingestuft, und die meisten werden in einem Forschungslabor gefangen gehalten, wo sie unter harten Bedingungen gefangen gehalten und in Experimenten gequält werden. Bis eine von ihnen ausbricht…
Wo wir auch bei einem Extrem wären. Denn einerseits ist Elfen Lied hart. Sehr hart. Schonungslos und brutal, sowohl physisch als auch psychisch. Es fließt massenweise Blut, und man kann bei keinem wirklich sicher sein, ob er überlebt oder nicht. Nichts mit “Der ist wichtig, der stirbt nicht.” Besonders, wenn gerade irgendwo ein Diclonius rumläuft, oder es um das Schicksal von manchen Personen geht. Jedoch ist die Gewalt in Elfen Lied Mittel zum Zweck, und nicht selbst der Sinn darin. Es gehört zur Story, und ohne sie wäre Elfen Lied wohl nicht das, was es ist. Andererseits darf man auch nicht nur die Gewalt sehen.
Denn dazu hat es den krassen Gegensatz von fast wie in Kinder-Animes gezeichneten Figuren, und ab und zu kriegt man für kurze Zeit den Eindruck einer heilen Welt, wo alles in Ordnung ist. Und man hofft darauf, dass es doch so bleiben könnte, und alle friedlich leben dürfen. Doch eben das passiert nicht.
Die Story ist sehr tiefgründig und ziemlich traurig und melancholisch ausgelegt. Und der vollständige Zusammenhang kommt erst kurz vor Schluss zum Vorschein. Es kommt eine wirklich tiefe Atmosphäre auf, was auf die beiden Extremen Gegensätze, die traurige Story, und nicht zuletzt auch auf die Musik zurückzuführen ist. Vor allem die Melodie des Titelliedes “Lilium” bringt die traurige Stimmung gut rüber.
Ich habe geschaut und war hinterher echt in einer traurigen und nachdenklichen Stimmung. Man denkt wirklich darüber nach und ist hinterher etwas… wortlos. Und komischerweise habe ich die Melodie von “Lilium” jetzt seit dem ich es vor zwei Tagen angeschaut habe, im Kopf.
Also wer Animes mag, und einen festen Magen hat: anschauen!