So, ich muss nochmal einen Anime-Tipp loswerden. Und zwar geht es dabei um Death Note.
Der Name des Animes kommt von einem Notizbuch, das eine besondere Fähigkeit hat: Schreibt man den Namen einer Person rein, und stellt sich dabei dessen Gesicht vor, so stirbt diese Person. Und genau dieses Büchlein trägt den Namen Death Note.
Das Notizbuch wird von einem Hochbegabten Schüler namens Light gefunden, der sich mithilfe des Death Notes ein Ziel setzt: Er will eine bessere Welt erschaffen, indem er alle Kriminellen der Welt beseitigt. Er fängt an, und nach einer Weile bemerken die Leute natürlich, dass die ganzen Todesfälle unter den Verbrechern nicht normal sind, sondern dass da jemand seine Hand im Spiel hat. So wird Light unter den Leuten als Kira bekannt.
Problem dabei: Das ruft natürlich die Polizei auf den Plan, da es, auch wenn es eine gute Absicht ist, Mord ist. Sie setzen alles daran, den Massenmörder Kira zu fangen. Dazu schalten sie L ein, einen Meisterdetektiv, dessen wahren Namen und Gesicht niemand kennt. Was natürlich für Kira ein Problem ist.
Es beginnt ein Katz und Maus-Spiel zwischen Kira und L. Jeder kennt vom anderen nur den Spitznamen, und trotzdem wollen sie sich gegenseitig fangen und dabei selbst unerkannt bleiben. Jeder verarscht den anderen nach Strich und Faden. Und das gestaltet sich so interessant, dass man immer gleich die nächste Folge sehen will, da sich meistens irgend eine unerwartete Wendung ergibt – und das macht einen wahnsinnig neugierig, wie es weiter geht. Und das meine ich ernst. Ich habe einmal anstatt, wie geplant, zwei Folgen vor dem schlafen gehen, acht (!) Stück angeschaut. Und das obwohl ich eigentlich müde war.
Leider lässt diese Spannung, finde ich, an einem bestimmten Zeitpunkt nach. Ich sag mal so: Wenn Near und Mello auftauchen, ist die Luft ein bisschen raus. Es ist zwar noch spannend, aber nicht mehr so “ich will UNBEDINGT wissen wie’s weiter geht”-spannend wie davor.
Also wer ein bisschen auf spannende Detektivgeschichten mit 5-Ecken-Denken und vielen unerwarteten Wendungen steht, für den Lohnen sich die 37 Folgen auf jeden Fall. Klare Empfehlung.
“Elfen Lied” ist ein Anime der besonderen Art. Auf den Tipp eines Kumpels (Danke!) habe ich mir alle 13 Folgen angeschaut, und das mit nur einer unfreiwilligen Unterbrechung. Und es nimmt einen ganz schön mit. Es stimmt nachdenklich.
Es geht um Menschen, die mit zwei besonderheiten geboren werden: Erstens zwei kleinen Hörnern auf dem Kopf und zweitens unsichtbaren, extrem starken Armen, die noch dazu eine sehr große Reichweite haben. Diese werden Diclonius genannt. Sie werden als sehr gefährlich eingestuft, und die meisten werden in einem Forschungslabor gefangen gehalten, wo sie unter harten Bedingungen gefangen gehalten und in Experimenten gequält werden. Bis eine von ihnen ausbricht…
Wo wir auch bei einem Extrem wären. Denn einerseits ist Elfen Lied hart. Sehr hart. Schonungslos und brutal, sowohl physisch als auch psychisch. Es fließt massenweise Blut, und man kann bei keinem wirklich sicher sein, ob er überlebt oder nicht. Nichts mit “Der ist wichtig, der stirbt nicht.” Besonders, wenn gerade irgendwo ein Diclonius rumläuft, oder es um das Schicksal von manchen Personen geht. Jedoch ist die Gewalt in Elfen Lied Mittel zum Zweck, und nicht selbst der Sinn darin. Es gehört zur Story, und ohne sie wäre Elfen Lied wohl nicht das, was es ist. Andererseits darf man auch nicht nur die Gewalt sehen.
Denn dazu hat es den krassen Gegensatz von fast wie in Kinder-Animes gezeichneten Figuren, und ab und zu kriegt man für kurze Zeit den Eindruck einer heilen Welt, wo alles in Ordnung ist. Und man hofft darauf, dass es doch so bleiben könnte, und alle friedlich leben dürfen. Doch eben das passiert nicht.
Die Story ist sehr tiefgründig und ziemlich traurig und melancholisch ausgelegt. Und der vollständige Zusammenhang kommt erst kurz vor Schluss zum Vorschein. Es kommt eine wirklich tiefe Atmosphäre auf, was auf die beiden Extremen Gegensätze, die traurige Story, und nicht zuletzt auch auf die Musik zurückzuführen ist. Vor allem die Melodie des Titelliedes “Lilium” bringt die traurige Stimmung gut rüber.
Ich habe geschaut und war hinterher echt in einer traurigen und nachdenklichen Stimmung. Man denkt wirklich darüber nach und ist hinterher etwas… wortlos. Und komischerweise habe ich die Melodie von “Lilium” jetzt seit dem ich es vor zwei Tagen angeschaut habe, im Kopf.
Also wer Animes mag, und einen festen Magen hat: anschauen!